Der heutige Ortsteil Essen-Stadtwald wird seit 1960 als selbstständiger Stadtteil geführt. Er ist identisch mit der Gemarkung Heide, die bis dahin Bestandteil der Gemeinde Rellinghausen war. Einst die Kornkammer des Stifts Rellinghausen war Heide Jahrhunderte lang dünn besiedelt. Ein Grund dafür waren sicherlich die herrlichen Wälder wie Schellenberger Wald, Kruppwald und eben der Stadtwald. Im Walpurgistal mästeten die Markgenossen ihre Schweine in Eichenhainen.

Der vorbeifliessende Mühlenbach trieb Bohr- und Schleifmühlen an, die Gewehrproduktion war ein wichtiger Gewerbezweig. Auch finden wir in Heide mit Isenburg und Motte Vittinghoff zwei mittelalterliche Ruinen auf Gemeindegebiet.

 

Erstmalig taucht der Name Stadtwald in den ersten Jahren des 20. Jahrhunderts auf, als die Stadt Essen 105 Hektar Wald auf Rellinghauser Boden aufkauft und zu einem Naherholungsgebiet verbessert. Ziel aller Maßnahmen war, der rasch wachsenden Essener Stadtbevölkerung ein Erholungsgebiet, welches mit der Straßenbahn erreicht werden konnte, zu bieten. So entstanden in den Zwanzigern neben ausgebauten Wanderwegen eine Sportstätte für Jedermann, die „Schillerwiese“, der Schillerbrunnen, das ETB Stadion für 35.000 Zuschauer, eine Vogelwarte, eine Freilichtbühne, ein großer Reitsportverein mit denkmalgeschützter Reithalle und mehrere Tennisplätze. Auch ein Zoo war durch Hagenbeck geplant; allerdings wurde der Bau durch die Wirtschaftskrise der Dreißiger verhindert.

 

Eine S-Bahn-Linie verbindet Stadtwald mit dem Essener Zentrum und Düsseldorf.

 

Stadtwald ist heute ein reines Wohngebiet mit viel Waldflächen. So finden wir neben der Krupp'schen Siedlung Altenhof II (erbaut nach 1900) und der Bergwerksiedlung Ulmenhof auch die städtebaulich wertvolle Siedlung Eyhof des Architekten Josef Rings aus den Zwanzigern. Daneben überwiegen Ein- und Zweifamilienhäuser. Ausflugsgaststätten komplettieren die Rund-um-Erholung im und in Stadtwald. Schulen wie die Gesamtschule, die Freie Waldorfschule, das Dore-Jakobs-Berufskolleg, die Ardeyschule und die Stiftsschule (mehr als dreihundert Jahre alt) decken das gesamte Bildungsspektrum ab.

Das idyllisch gelegene Waldgebiet zog auch hier nach dem Ende des Bergbaus exklusive Seniorenwohnheime an.

 

Die neue Stadtwaldplatzbebauung bietet als Zentrum  des 4,14 km² großen Ortsteils den heute 10.000 Einwohnern auch zweiwöchentlich Markttag.